GLASKLARE AUSSICHTEN

NWZ vom 06.03.2018 Wohnen & Leben

Rüdiger Engel von der Firma Pawlik Glas aus Rastede empfiehlt bei einem Neubau oder einer Renovierung eine moderne Dreifachverglasung. Sie bietet viele Vorteile.

 

 

Da die Fenster hinsichtlich des Energieverbrauchs eine elementare Rolle spielen, ist der Auswahl im Rahmen eines Neubaus große Aufmerksamkeit zu widmen. Welche Tipps können Sie Bauherren mit auf den Weg geben?

 

RÜDIGER ENGEL: Fenster verschönern nicht nur das Gesicht eines Hauses. Sie schaffen zudem im Innenraum durch ihre Form, ihre Sicherheit und Helligkeit mehr Lebensqualität.
Dreifachverglasungen sind bei Passivhäusern heute schon Standard. Auch bei konventionellen Neubauten oder Renovierungen sollte man bereits jetzt einen Stand verbauen, der auf lange Sicht gesehen immer noch technisch neu ist.

 

Was zeichnet die Dreifachverglasung aus?

 

RÜDIGER ENGEL: Die Vorteile der Dreifachverglasung sind zum Beispiel die Reduzierung der Heizkosten und sehr gute Dämmwerte. Der sogenannte U-Wert kann sich bis zu 0,4 bewegen. Zum Vergleich: Bei Zweifach-Isolierglas liegt dieser Wert bei etwa 1,1 – je niedriger er ist, desto besser die Dämmung. Außerdem sorgt eine Dreifachverglasung für hohen Wohnkomfort. Denn durch die warme Oberfläche auf der Rauminnenseite gibt es keine Kälteabstrahlung.

 

Auch bei Lärm- und Einbruchschutz übernehmen Fenster eine wichtige Funktion. Zwar gibt es vermutlich keinen hundertprozentigen Schutz vor Einbrechern, aber worauf kommt es bei der Fensterwahl in puncto Sicherheit besonders an?

 

RÜDIGER ENGEL: Moderne Isoliergläser lassen sich – je nach Bedürfnis – in Bezug auf Schall-, Sonnen-, Einbruchund Wärmeschutz im Aufbau kombinieren. So findet jeder Bauherr für sich die richtige Verglasung. RC2-Fenster, die früher die Bezeichnung WK2 hatten, sind oben und unten sowohl an der
Griff- als auch an der Bandseite mit einem Sicherheitsschließstück sowie -zapfen in Form von Pilzkopfverschlussbolzen ausgerüstet. Bei breiteren oder höheren Fenstern werden zusätzlich nochMittelsicherungen angebracht. Ein RC2-Beschlag weist darüber hinaus einen Aufbohrschutz für den Rahmen sowie eine sogenannte Niveausschaltsperre auf. Dieses Bauteil blockiert nicht nur ein Absacken des Flügels und stellt somit sicher, dass er stets auf der gleichen Höhe öffnet und schließt.
Zusätzlich verhindert die sogenannte Niveauschaltsperre eine Fehlbedienung des Fensters.

 

Gibt es einen Materialtrend, den Bauherren aktuell befolgen? Sind etwa Holzfenster angesagt oder eher Kunststoff?

 

RÜDIGER ENGEL: Meistens ist der Preis bei der Auswahl entscheidend, da ein Holzfenster je nach Ausführung rund anderthalb mal teurer ist als eines aus Kunststoff. Bei Hauseingangstüren, der „Visitenkarte“ des Hauses, kann der Preisunterschied noch höher ausfallen. Kunststofffenster können durch eine spezielle Folierung, Farbe und Maserung ähnlich wie Holzmodelle aussehen. Dadurch liegen Kunststofffenster eher im Trend. Auch in puncto Sicherheit stehen sie sich in nichts nach: Beide erreichen den Wert „RC 2“, also die von der Polizei empfohlene Widerstandsklasse 2.

 

In älteren Häusern oder Wohnungen steht für die Eigentümer irgendwann ein Austausch der Fenster auf dem Plan. Moderne Fenster mit Wärmeschutzverglasung senken bekanntlich den Energieverbrauch. Wann ist ein Austausch sinnvoll?

 

RÜDIGER ENGEL: Nur ein Austausch der Glasscheiben von Zweifach- auf Dreifachverglasung ist meistens nicht sinnvoll, da bei Kunststofffenstern die Glashalteleisten nicht mehr zu besorgen sind. Weiterhin ist bei Holz- und Kunstofffenstern die Beanspruchung auf Flügel und Beschlägen durch das erhöhte Glasgewicht zu groß. Ein Austausch von einer Doppelverglasung auf Wärmeschutz- Isolierglas ist hingegen unproblematisch, da sich die Glasstärke und das Gewicht nicht ändert. Allerdings sinkt der Dämmwert deutlich: von 3,0 auf circa 1,1.

 

Haben Sie noch einen Tipp für Eigentümer, die mit einem Austausch liebäugeln?

 

RÜDIGER ENGEL: Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass bei einemkompletten Austausch der Fenster mit Dreifachverglasung ein Sanierungskonzept vorhanden sein muss. Sind nämlich andere Teile des Hauses, wie zumBeispiel Wände, nicht gut gedämmt, ist die erzielte Einsparung entsprechend geringer. Die Kombination aus dichten Fenstern und schlecht gedämmten Wänden kann die Bildung von Schimmel fördern. Vor dem Einbau sollte deshalb ein Fachmann zurate gezogen werden.

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